Trapanesi

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Auf meiner letzte Reise durch Sizilien brachte mich der Zufall in ein verwaistes Museum in Trapani, dessen Exponate mich umhauten. Es war besucherlos, aber geöffnet, weswegen ein persönlicher Aufpasser mit uns die prachtvollen Stücke anschauen musste. Die vor der Küste liegenden Korallbänke ließen zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert eine einzigartige Spezies von reichem Korallschmuck entstehen, bei dem eine spezielle Inlay-Technik für die Gestaltung benutzt wurde. Negative Ornamentzellen wurden in goldene oder silbernen Objekte eingearbeitet und mit gravierten Korallstücken überlappend gefüllt. Auf die Weise wurden Möbel, Monstranzen, Weihrauchgefässe und auch Schmuck mit überbordender Fantasie angereichert. Dieses blühende Handwerk erstarb in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, weil — wie man es auch von heutigen Ereignissen weiß — alle Korallen abgeerntet worden waren und damit der Rohstoff der Graveure nicht mehr vorhanden war.

Die Eigentümlichkeit dieser Arbeit hat mich so stimuliert, dass ich nach meiner Rückkehr sofort Entwürfe machte für eine moderne Transformation dieser Idee. Die trapanesischen Objekte sind oft sehr groß und für mich war es notwendig, das in eine tragbare Schmuckidee zu verkleinern, was die Einpassungen der Korallornamente komplizierter macht. Es war notwendig, ein Verfahren zu finden, hochpräzise gegengleiche Schablonen für die Vertiefungen herzustellen. Damit konnten dann unter dem Mikroskop kleinste Korallinlays passgenau eingeschliffen werden.

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